Das Riesenunternehmen Sarrasani, 1901 von Hans Stosch-Sarrasani gegründet, besaß vor dem Krieg neben dem Zirkusbau in Dresden, der als der modernste und schönste seiner Zeit galt, zwei große, 10 000 Zuschauer fassende Zelte und außerdem noch einen transportablen Winterbau, der ebenfalls 10 000 Zuschauern Platz bot. Mit über 200 Autolastzügen, alle in den sächsischen Landesfarben grün-weiß gestrichen und mit dem Namen Sarrasani in Messingbuchstaben versehen, reiste er durch die Welt. |
Der transportable Winterbau hatte einen
Durchmesser von 70 m und wurde von acht ca. 25 m hohen Stahlmasten getragen.
Auch winterfeste Vorbauten und Stauungen gehörten dazu. Das Innere war
prachtvoll im orientalischen Stil gestaltet. Die 100 m breite Prunkfassade im
maurischen Stil war von dem Architekten Alfred Pape in Hannover entworfen
worden. Etwa 18000 Glühlampen erleuchteten nachts die Fassade und den Zirkus und
machten ihn zu einem Märchen aus 1001 Nacht.
Der Bau wurde von Sarrasani
bei seiner Südamerikatournee in Sao Paulo in Lagerhallen eingelagert. Durch
Brandstiftung wurde das gesamte Material, darunter dieser transportable Bau,
vernichtet.
In jahrelanger mühevoller Kleinarbeit wurde von dem Berliner
Zirkusfreund und Sammler Erich Brauer
das originalgetreue Modell von Sarrasanis
transportablem Winterbau im Maßstab 1:150 gebaut und von Frau Direktor Ingrid
de Stosch-Sarrasani autorisiert. Es steht jetzt mit in der "Ruhmeshalle der
Artisten" im Artistenmuseum.
Frau Ingrid de Stosch-Sarrasani und ihr Sohn Andre, jetziger Direktor des Unternehmens, sind Mitglieder des Fördervereins.
Weitere Informationen über den Zirkus
Sarrasani finden Sie unter
http://www.sarrasani.de/