Eine Brunnenplastik erinnert an die "Wasserminna"

Minna Schulze (1883 - 1959) war ein Berliner Original und ging als "Wasserminna" nicht nur in die Geschichte des Circus Busch, sondern als Heldin des  gleichnamigen Buches von Paula Busch auch in die Literaturgeschichte ein.

Als mutige Schwimmerin machte sie mit ihrem tollkühnen Draufgängertum so manche Wasserpantomime im Berliner Circus Busch am Bahnhof Börse zu Sensation. Sie wagte einen Kopfsprung aus der Zirkuskuppel ins Wasserbecken der Manege, sprang als erste Reiterin (ohne besondere Reitkenntnisse) mit dem Pferd ins Wasser, rutschte mit Bären von der obersten Zirkusbühne und schwamm unter Wasser in eine Taucherglocke, wo sie bis zur Bewusstlosigkeit ausharrte. Selbst ohne Sinn für große Namen, wurde sie doch von allen großen Artisten, denen sie begegnete, geliebt. "Lebe gefährlich, trinke aber ein Schnäpschen zwischendurch" war ihre drastische Devise. Sie hing mit Leib und Seele an ihrem Zirkus, an ihrer Madame Paula, in deren Haushalt sie bis zum Ende lebte.

In ihrem Berliner Kietz, der Sophienstraße, sollte in einem Lokal an sie erinnernde Brunnenfigur, ein Werk des Berliner Künstlers Kurt Hartwig, aufgestellt werden. Als das nicht zustande kam, kaufte Direktor Heinz Geier- Busch das Kunstwerk und bei einem Gastspiel in Berlin 1993 wurde die Figur feierlich "enthüllt". Sie sollte später einmal den Platz vor einem geplanten Festbau des Circus Busch in Berlin erhalten. Durch den Tod von Heinz Geier- Busch wurde dieses Vorhaben zunichte gemacht.

Nun hat der Brunnen, der eine bekannte Berliner Artistin und eines der letzten Berliner Originale erinnert, im Internationalen Artistenmuseum seinen würdigen Platz gefunden.

Martin Schaaff, Archiv Circus Busch Berlin