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Der
populäre Clown hat keine allzu lange Geschichte. Die
Bezeichnung Clown setzte sich erst mit der Entstehung
der modernen Zirkuskunst in Europa vor rund 275 Jahren
durch. Als Clown (engl. Tölpel) wurde der Spaßmacher
ursprünglich vorwiegend im Zirkus bezeichnet. Sowohl die
Herkunft der Bezeichnung als auch der konkrete Zeitpunkt
des Entstehens sind noch umstritten. Man führt den Namen
auch auf lateinisch: Colonnus = Bauerntölpel, zurück.
Die Clowns
profilierten sich vom reinen Improvisator allerlei
Schabernacks zu schauspielerischen Gestalter und
Interpreter ulkiger Szenen mit humoristischem Höhepunkt.
Das Niveau der Darbietungen hing und hängt immer am
Niveau der Künstler und von ihren Regisseuren und
Textern ab. Nicht immer werden eigene Einfälle
dargestellt, sondern immer mehr klassische oder neue
Clownerien, gespielte Szenen von einfallsreichen Autoren
geschaffen.
Immer bildet
die Clownerie eine Einheit von verbaler und
artistischer, oftmals auch schauspielerischer und
musikalischer Darstellung. Die gegenwärtige Gestalt des
Zirkusclowns, der längst auch wieder die Bühnen erobert
hat, entstand anfangs des 19. Jahrhunderts, indem sich
Elemente der englischen Christmas pantomimes, der
italienischen Harlekinade und der Artistik mischten, wie
z.T. bereits in den Pariser Funambules, den
Seiltänzertheatern geschehen war.
Im Gegensatz
zum interpretierenden Schauspielern, schafft sich der
Clown seine eigene, persönliche Maske, einen möglichst
unverwechselbaren Typ, vom Vortragsstil bis zur
Kostümierung. Von der Persönlichkeit des Künstlers
hängen auch Niveau seines Outfits und seiner
Darbietungen ab. Das beweisen so berühmte Clowns wie
Caroli, Fratellini, Grock, NUK, Rivel und auch Oleg
Popow, Karandasch, Clown Ferdinand und Zippo (Roncalli),
deren Erinnerungsstücke und Kostüme im einzigen
Artistenmuseum der Welt in Klosterfelde zu sehen sind.
In den
Jahrhunderten entstanden spezialisierte Typen von
Clowns, deren Spezifik sich meist in ihrem Auftrittsstil
widerspiegelt: der Weißclown (der Klügere), der Dumme
August (angeblich durch Tom Belling im Zirkus Renz in
Berlin erschaffen), Musicalclowns wie Grock und NUK,
Manegen- und Pistenclowns, Dressurclowns wie Sarrasani
und Wladimir Durow, Trampclowns (vorwiegend in USA),
Pantomimen- und Sprechclowns sowie der von Oleg Popow
entwickelte artistische Clown.
Clownerie
ist heute der Sammelbegriff für Humorvolle, auch
satirische Szenen, die durch die Clowns mit
schauspielerischen, artistischen, mimischen oder auch
kabarettistischen Mitteln gestaltet werden.
Während
üblicherweise das Wort „Clown“ englisch wie „klaun“
ausgesprochen wird, sprechen die Insider ausschließlich
vom „kloon“ und erkennen damit sofort, ob jemand aus der
großen Familie der Unterhaltungskünstler stammt oder
nicht.
Roland Weise
Die Ausstellungen des
Internationalen Artistenmuseums
mit Sitz in Klosterfelde,
Gemeinde Wandlitz, Landkreis
Barnim, sind wochentags von
09.00 bis 17.00 Uhr, sonnabends,
sonn- und feiertags von 14.00
bis 17.00 Uhr und zu allen
Zeiten auch nach Voranmeldung zu
besuchen. |