Das Lachen großer Clowns
Vom Harlekin zum artistischen Spaßmacher

Sonderausstellung vom 29. Oktober 2011 bis zum 26. April 2012

Eröffnet von Herrn Staatssekretär Burkhard Jungkamp

 
 

Der populäre Clown hat keine allzu lange Geschichte. Die Bezeichnung Clown setzte sich erst mit der Entstehung der modernen Zirkuskunst in Europa vor rund 275 Jahren durch. Als Clown (engl. Tölpel) wurde der Spaßmacher  ursprünglich vorwiegend im Zirkus bezeichnet. Sowohl die Herkunft der Bezeichnung als auch der konkrete Zeitpunkt des Entstehens sind noch umstritten. Man führt den Namen auch auf  lateinisch: Colonnus = Bauerntölpel, zurück.

Die Clowns profilierten sich vom reinen Improvisator allerlei Schabernacks zu schauspielerischen Gestalter und Interpreter ulkiger Szenen mit humoristischem Höhepunkt. Das Niveau der Darbietungen hing und hängt immer am Niveau der Künstler und von ihren Regisseuren und Textern ab. Nicht immer werden eigene Einfälle dargestellt, sondern immer mehr klassische oder neue Clownerien, gespielte Szenen von einfallsreichen Autoren geschaffen.

Immer bildet die Clownerie eine Einheit von verbaler und artistischer, oftmals auch schauspielerischer und musikalischer Darstellung. Die gegenwärtige Gestalt des Zirkusclowns, der längst auch wieder die Bühnen erobert hat, entstand anfangs des 19. Jahrhunderts, indem sich Elemente der englischen Christmas pantomimes, der italienischen Harlekinade und der Artistik mischten, wie z.T. bereits in den Pariser Funambules, den Seiltänzertheatern geschehen war.

Im Gegensatz zum interpretierenden Schauspielern, schafft sich der Clown seine eigene, persönliche Maske, einen möglichst unverwechselbaren Typ, vom Vortragsstil bis zur Kostümierung. Von der Persönlichkeit des Künstlers hängen auch Niveau seines Outfits und seiner Darbietungen ab. Das beweisen so berühmte Clowns wie Caroli, Fratellini, Grock, NUK, Rivel und auch Oleg Popow, Karandasch, Clown Ferdinand und Zippo (Roncalli), deren Erinnerungsstücke und Kostüme im einzigen Artistenmuseum der Welt in Klosterfelde zu sehen sind.

In den Jahrhunderten entstanden spezialisierte Typen von Clowns, deren Spezifik sich meist in ihrem Auftrittsstil widerspiegelt: der Weißclown (der Klügere), der Dumme August (angeblich durch Tom Belling im Zirkus Renz in Berlin erschaffen), Musicalclowns wie Grock und NUK, Manegen- und Pistenclowns, Dressurclowns wie Sarrasani und Wladimir Durow, Trampclowns (vorwiegend in USA), Pantomimen- und Sprechclowns sowie der von Oleg Popow entwickelte artistische Clown.

Clownerie ist heute der Sammelbegriff für Humorvolle, auch satirische Szenen, die durch die Clowns mit schauspielerischen, artistischen, mimischen oder auch kabarettistischen Mitteln gestaltet werden.

Während üblicherweise das Wort „Clown“ englisch wie „klaun“ ausgesprochen wird, sprechen die Insider ausschließlich vom „kloon“ und erkennen damit sofort, ob jemand aus der großen Familie der Unterhaltungskünstler stammt oder nicht.

Roland Weise

Die Ausstellungen des Internationalen Artistenmuseums mit Sitz in Klosterfelde, Gemeinde Wandlitz, Landkreis Barnim, sind wochentags von 09.00 bis 17.00 Uhr, sonnabends, sonn- und feiertags von 14.00 bis 17.00 Uhr und zu allen Zeiten auch nach Voranmeldung zu besuchen.

Fotos: Dieter Groos, Berlin und Sylvia Mirke, Wandlitz für das Artistenmuseum